Meerwasseraquarium

Ein Meerwasseraquarium bildet die Königsklasse in der Aquaristik und ist nur erfahrenen Haltern zu empfehlen. Dieses Unterfangen ist sehr komplex, sollte gut vorbereitet und nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Ausgerüstet mit genug Fachliteratur und Vorkenntnissen in Sachen Aquaristik kann man sich an dieses Projekt heranwagen. Aufbau, Einrichtung und Pflege werden dem Halter einiges abverlangen und den Aufwand eines Süßwasseraquariums oder eines Brackwasseraquariums deutlich übersteigen.

Ausrüstung und Pflege für ein Meerwasseraquarium

Wie bei einem Süßwasseraquarium, wird für das Meerwasseraquarium auch eine Fülle von technischen Geräten benötigt. Filter, Beleuchtung und Heizung sind ohnehin essentiell für den Betrieb eines Aquariums. Das Meerwasseraquarium braucht allerdings von all dem mehr und vor allem besseres Gerät. Welcher Filter hier eingesetzt wird, bleibt dem Halter überlassen. Im Laufe der Zeit hat sich allerdings herauskristallisiert, dass ein Filterbecken, welches einen Abschäumer, Kalkreaktor und Nitratfilter enthält, bestens bewährt.

Um die Anreicherung von Schadstoffen einzudämmen, ist ein Eiweißaufschäumer eines der wichtigsten technischen Systeme eines Meerwasseraquariums, ohne diesen, ist ein Leben für die Meeresbewohner auf Dauer unmöglich. Genaueres zum Thema Filtersysteme im Meerwasseraquarium findet man hier.

Leider eignet sich weder normales Leitungswasser noch Meerwasser aufgrund des hohen Verschmutzungsgrades nicht für ein Meerwasseraquarium. Zur Aufbereitung des Wassers wird hier Umkehrosmoseanlage mit einem Reinstwassermodul benötigt, dies ist eine besondere Filteranlage, die das Wasser von Schadstoffen befreit und diese dauerhaft zurückhält.

Nach Aufbereitung des Wassers, wird Salz benötigt. Nur synthetisch hergestelltes Meersalz sollte verwendet werden, um das Wasser mit Salz anzureichern. Für eine Menge von 120 Litern Wasser benötigt man ca. 4 kg Meersalz. Ein Meerwasseraquarium sollte ca. 300 Litern Wasser fassen, gerade bei Anfängern wird dies empfohlen, da die Größe manche Haltungsfehler gut kompensieren kann.

Klima und Beleuchtung im Meerwasseraquarium

Ein einfacher Regelheizer ist wie bei einem Süßwasseraquarium für ein Meerwasseraquarium ebenfalls völlig ausreichend. Die Exoten brauchen in ihrem Lebensraum mindestens 22°C und höchstens 29°C. Sollte die Temperatur, gerade im Sommer, über 29°C schreiten, wird ein entsprechendes Gerät zur Kühlung benötigt.

Um die Intensität der Sonne in einer tropischen Meeresregion so gut es geht nachempfinden zu können werden sehr starke Lampen benötigt. In der Aquaristik weiß man mittlerweile, dass HQI-Lampen und T5-Leuchtstoffröhren also Halogenmetalldampflampen in Sachen Beleuchtung für ein Meerwasseraquarium das Maß aller Dinge sind. Die Leistung dieser Lampen richtet sich nach der Höhe des Aquariums, zum Beispiel werden für 50 cm, vier Lampen mit jeweils 150 Watt empfohlen.

Künstlich erzeugte Strömung

Meerwasserlebewesen sind in den Gezeitenzonen heimisch, also brauchen diese auch einiges an Wasserbewegung. Damit sich die Tiere wohlfühlen, sollte das Zehnfache des Bruttobeckenvolumens pro Stunde in Bewegung gebracht werden. Die Technik die hierfür zuständig ist, nennt man Strömungspumpen oder auch Powerheads. Oft versteckt man diese Pumpen in den künstlichen Riffen, um das Meerwasseraquarium so natürlich wie möglich aussehen zu lassen.

Fische für das Meerwasseraquarium

Die meisten Meerwasseraquarien sind mit Riffen und Korallen bestückt, diese machen nicht nur einen authentischen Eindruck, sondern dienen den Fischen auch als Versteck und Unterschlupf. Die Zucht in Aquafarmen ist zwar in der Aquaristik üblich, doch gibt es nur wenige Salzwasserfische, die gezüchtet werden. Eine Ausnahme hiervon ist der Anemonenfisch (Amphiprion), einer der beliebtesten Salzwasserfische. Der Großteil der Fische wird wild in Korallenriffen gefangen und zur Haltung weiterverkauft.

Die Tiere, die für das Meerwasseraquarium in Frage kommen, sind häufig schwieriger zu Pflegen und haben höhere Anforderungen an den Halter. Auch deshalb sollte man vorher schon einmal Fische in einem Süßwasseraquarium gehalten haben, um sich mit der Technik und der Thematik Aquaristik schon einmal vertraut zu machen.

Unterklassen des Meerwasseraquariums

Das Mangrovenaquarium ist streng genommen kein reines Meerwasseraquarium, sondern eher ein Brackwasseraquarium. Hier werden häufig Amphibien gehalten, auch manche Fische, die auf diese Bedingungen eingestellt sind, lassen sich hier einsiedeln, beide sollten Bewohner einer Mangrovenzone sein. Eine Mangrovenzone zeichnet sich vor allem durch seine salztoleranten Mangrovenbäume aus, dieses Wurzelgeflecht macht unter Wasser einen beeindruckenden optischen Eindruck.

Ein weiteres Meerwasseraquarium ist das Mittelmeeraquarium, welches natürlich Bewohner aus dem Mittelmeerraum beherbergt. Fische, die hierfür in Frage kommen, werden größtenteils privat angeboten, da das Mittelmeeraquarium mittlerweile von anderen Aquarienarten verdrängt wurde und es somit keinen großen Markt gibt. Zeitweise kann man dieses Aquarium mit bis zu 24°C beheizen.

Zu den modernsten Aquarien zählt das Nano-Aquarium. Das Nano-Aquarium ist eine Miniaturausgabe eines Meerwasseraquariums, dass mit etwas Technik betrieben wird und den Lebewesen in einem Meerwasseraquarium einen Lebensraum bietet. Die Tiere, die sich hierfür eignen sind eher anspruchslos und sind so Pflegeleicht, dass der sehr kleine Umfang des Beckens keine negativen Auswirkungen hat.

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